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100 Jahre Christoph Probst in Murnau

29. April 2019 - Lokales, Kunst & Kultur

Christoph Hermann Ananda Probst, geboren am 06. November 1919 in unserem idyllischen Murnau am Staffelsee, gehörte mit den Geschwistern Scholl zu den wichtigsten Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus der Weißen Rose. Zu seinem 100. Geburtstag will die Marktgemeinde Murnau mit zahlreichen Aktionen an sein Leben und Wirken erinnern.

Christoph Probst – Kindheit und Nationalsozialismus

Christoph Probst wuchs zusammen mit seiner Schwester in einem recht wohlhabenden Elternhaus auf und lernte schon seit klein auf die kulturelle und religiöse Freiheit kennen und schätzen. Der Vater erforschte Sanskrit und östliche Religionen, die Stiefmutter war Jüdin. Freunde der Familie waren die Maler Emil Nolde und Paul Klee, zwei „entartete Künstler“, dessen Werke nicht im Einklang mit den Auffassungen des Nationalsozialismus waren. Probst trat zwar in seiner Schulzeit bis zum Abitur der Hitlerjugend bei, wahrte jedoch Distanz zu den menschenverachtenden Ideen des Nationalsozialismus und übte diesbezüglich starke Kritik. Während dieser Zeit ab 1936 verbindet ihn eine starke Freundschaft mit seinem Schulkameraden Alexander Schmorell, Mitbegründer der Widerstandsgruppe Weiße Rose.

Probst als Teil der „Weißen Rose“

Während des Medizinstudiums ab 1939 lernt Probst auch die Geschwister Scholl kennen, im Sommer 1942 auch Willi Graf. Er nimmt an den Lese- und Diskussionsabenden der „Weißen Rose“ teil, wird auch in die Flugblatt-Aktionen von Scholl und Schmorell eingeweiht, bleibt jedoch eher im Hintergrund aus Rücksichtnahme auf seine Familie. Zu diesem Zeitpunkt hatte Probst zusammen mit seiner Frau Hertha bereits drei Kinder. Im schicksalhaften Jahr von 1943 erliegen die deutschen Truppen eine verheerende Niederlage in der Schlacht von Stalingrad. Diesen psychologischen Wendepunkt nutze Probst für einen Flugblattentwurf, in dem er auf die Kriegsereignisse eingeht und fordert „Hitler und sein Regime müssen fallen, damit Deutschland lebt!“. Eine Forderung, die ihm das Leben kosten soll.

Am 20. Februar 1943 wird Probst in Innsbruck verhaftet. Die Geschwister Scholl waren zwei Tage zuvor verhaftet worden, Hans Scholl trug das handschriftliche Manuskript von Probst bei sich, was zu dessen Verhaftung führte. Depression, die Krankheit seiner Frau, der Schock von der Niederlage in Stalingrad seien Gründe für den Entwurf des Flugblattes gewesen interessieren die Gestapo nicht. Probst wird zusammen mit den Geschwistern Scholl bei der Verhandlung vor dem Volksgerichtshof zum Tode durch die Guillotine am 22. Februar 1943 hingerichtet. Er war zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt und Vater von drei Kindern.

Christoph Probst-Erinnerung in Murnau

In den letzten Jahren hat sich in unserer Marktgemeinde Murnau einiges getan, um an den Widerstandskämpfer zu erinnern. Neben der Christoph-Probst-Mittelschule und einem Denkmal vor der Bildungseinrichtung wurde eine Gedenktafel am Probst-Haus in der Kohlgruber Straße und im Murnauer Kultur- und Tagungszentrum eingerichtet. Zum 100. Geburtstag von Christoph Probst hat sich der Murnauer Gemeinderat für drei weitere Aktionen ausgesprochen. Im November lädt die Gemeinde zu einem kulturellen Festakt ein, zu dem auch Familienmitglieder von Probst geladen sind. Durch diese Aktionen, sowie der Verleihung eines Demokratie-Preises will die Marktgemeinde Murnau auf Probsts Zivilcourage, seinen selbstlosen Einsatz und Mut aufmerksam machen. Er ist vor allem für die jüngere Generation ein Vorbild für ein friedliches und tolerantes Miteinander.

Reisen Sie mit uns in die noch nicht vergessene Zeit des Dritten Reiches und wandeln Sie auf den Spuren des Widerstandskämpfers. Die Erinnerung an sein mutiges Auftreten für die Demokratie gegenüber dem NS-Unrechtsstaates ist auch heute aktuell wie nie. Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Alpenhof Murnau und geben Ihnen gerne vor Ort weitere Hintergrundinformationen zur Murnauer Geschichte und dem Leben und Wirken von Christoph Probst.

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